"Das innere Kind" und Angst

Als Symbol für das Thema Angst habe ich den uns bestens vertrauten Krampus genommen – die Maske habe ich übrigens für meinen Sohn Daniel geschnitzt und bemalt-. Diese Gestalt soll uns Angst machen. Andererseits sollten wir nicht vergessen, dass sie ursprünglich auch eine positive Funktion für uns hatte, nämlich, die bösen Geister aus unseren Häusern zu vertreiben.

Analog kann man die menschlichen Ängste verstehen. Sie sind ein Teil von uns, der uns im Grunde genommen beschützen will, den wir aber naturgemäß nicht sehen und haben wollen, und den wir daher abspalten und in unser Unterbewusstes verdrängen. Doch unsere Schatten wollen von uns gesehen werden.

Unsere Gewohnheit ist es natürlich, vor der Angst wegzulaufen, weil Angst kein angenehmes Gefühl ist. Wir wollen nicht mit Angst leben. Doch die Angst wird wieder und wieder zurückkehren, wenn wir sie verstecken und nicht akzeptieren und anerkennen.

Angst ist ein Gefühl, nämlich das Gefühl an eine alte Erinnerung, an schmerzvoll erlebt Erfahrungen. Im Prinzip wissen wir, dass die Vergangenheit nicht mehr da ist, dass unsere Erinnerungen nur Bilder des Vergangenen sind. Doch wie Filme werden Sie immer wieder auf unsere innere Leinwand projiziert, und jedes Mal, wenn das geschieht, leiden wir. Viele Dinge, die wir im gegenwärtigen Moment sehen, hören und erfahren, können uns zurück zu dieser Erinnerung des Leidens führen. Unser Geist wendet sich einem Bild aus der Kindheit zu, und Gefühle des Leids, Angst und Verzweiflung kommen auf. Wir erleben die Hölle.

In jedem von uns lebt ein kleines, leidendes Kind. Als Kind haben wir fast alle schwierige Zeiten erlebt, und viele von uns haben Traumata erfahren. Um diese schmerzvollen Seiten zu vergessen, weil wir uns vor künftigem Leid bewahren und schützen wollen, verfrachten wir unsere Gefühle und Erinnerungen tief in unser Unbewusstes.

Doch unser Leiden hört nicht dadurch, dass wir vor ihm davon laufen,

Das verwundete Kind in uns ist Wirklichkeit, doch wir sehen es nicht. Es braucht unsere Zuwendung, es bittet um Fürsorge und Liebe, doch wir tun das Gegenteil. Wir laufen weg, weil wir Angst vor dem Leiden, Angst vor der Angst, haben. Unser Verstand kann sie nicht kontrollieren und wir fürchten uns, von unseren Ängsten überwältigt zu werden. Und wenn wir uns mit unseren Angstgefühlen identifizieren, fühlen wir uns ohnmächtig und gelähmt.

Wir erkennen nun, dass unser altes Leiden nur ein Bild ist, es hat keine Realität. Wir können mit der Einsicht reagieren, dass wir nicht länger hilflose Kinder sind. Wir sind starke Erwachsene, die in der Lage sind, sich selbst zu helfen.

Es ist sehr wichtig, zu erkennen, dass unser innere Kind noch immer da ist, gefangen in der Vergangenheit. Wir können es heilen und zu ihm sagen: „ Mein liebes kleines Kind, du musst wissen, das wird erwachsen sind. Wir können uns jetzt selbst beschützen!“

Wir können die Angst nur dann transformieren, wenn wir sie im jeweiligen Moment anerkennen akzeptieren und vollständig annehmen. Denn, was wir ablehnen und bekämpfen, das ermächtigen wir. Es ist natürlich nicht ganz einfach, die Angst anzunehmen, wenn wir unser ganzes Leben damit zugebracht hast, vor ihr wegzulaufen. Aber es ist auch keine große Sache, denn wir wissen jetzt, dass diese Angst das Überbleibsel einer alten Erfahrung ist, dass sie auf Bildern und Vorstellungen basiert, statt auf der aktuellen Situation und Wirklichkeit.



 

Wenn ein Angstgefühl auftaucht, halten sie inne, ziehen sie sich auf die Toilette oder wohin auch immer zurück und atmen sie zunächst einmal bewusst tief und gleichmäßig ein und aus. Dabei spüren sie, wie sie sich mehr und mehr zentrieren und wieder in Balance kommen.

Der nächste Schritt besteht darin, sich ihrem inneren Kind zuzuwenden und es zu erkennen. Sie können sich die Angst wie das verletzte kleine Kind vorstellen, das sie einmal waren. Sehen Sie sich im Geiste als Kind im Alter von etwa fünf Jahren. Da ist also dieses Kleine, das da vor ihnen steht, einsam, verängstigt und mit gebrochenem Herzen. Sie können zu ihm sagen: „ Hallo, meine Angst. Ich werde jetzt gut für dich sorgen.“

Wie reagieren sie nun? Sie können  in Gedanken nach diesem kleinen Wesen greifen, es an ihre Brust drücken und umarmen. Das ist eine sehr angenehme Praxis. Statt ihr Gefühl zu bekämpfen, kümmern sie sich gut um sich selbst. Also nehmen sie dieses Kleine, dessen Name  Angst  lautet, in den liebenden Arme. Sie könnten zu ihm etwa folgendes sagen: „ Danke, dass du mich liebst und all die Jahre für mich gesorgt hast. Es tut mir so leid, dass ich dich all die Jahre alleine gelassen habe. Jetzt weiß ich jetzt besser und ich werde dich nie mehr alleine lassen. Nun bleiben wir zusammen und ich werde dich beschützen. Ich danke dir. Ich liebe dich.“

Nachdem sie ihr inneres Kind wahrgenommen und umarmt haben, können sie ihre schwierigen Gefühle besänftigend abmildern. Und sie tun dies einfach, indem sie dieses Kind sanft halten, atmen, sich bei ihm bedanken und ihm sagen, dass sie es lieben.

Um gut für uns zu sorgen, müssen wir gut für das verwundete Kind in uns sorgen. Machen Sie es sich zur Praxis, jeden Tag mit ihrem inneren Kind zu sprechen. Ergreifen sie seine Hand und nehmen es aus der schmerzlichen Vergangenheit mit in die Gegenwart, wo es sicher ist, weil sie jetzt erwachsen sind und sich um ihr inneres Kind  kümmern und es beschützen können. Ermuntern sie es, von seinem vergangenen Leid zu erzählen und hören sie ihm zu. Laden sie es ein, Freudiges mit ihnen zu teilen. Schaffen sie schöne Situationen und laden sie es ein, dabei zu sein.

Wenn im Alltag alte Gefühle von Angst, Wut und Verzweiflung auftauchen, ziehen sie sich kurz zurück und nehmen ihr inneres Kind in den Arm. So wird das verwundete Kind in ihnen Heilung erfahren. „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!“

Wir sind nicht unsere Angst, wir haben nur augenblicklich gerade Angst: Angst wird zu Liebe, sobald wir sie annehmen, uns unserer Angst stellen, sie zu unserem Freund machen, sie fragen, welche Botschaft sie für uns hat. Dann verwandelt sie sich in Energie, die das Licht in uns einschaltet und die Schatten vertreibt.

 


 

Quellenangaben: Versöhnung mit dem inneren Kind (Thich Nhat Hanh), das Leben- eine Reise zu dir selbst (P`taah), die 33 kosmischen Gesetze (Usha Gönnawein)

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